Reise 2016

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Montag, 25. Juli 2016 – Donnerstag, 28. Juli 2016
Der Weg ist das Ziel

Donnerstag, 28. Juli 2016
Ankunft im Land der Elfen und Trolle

Anreise (25. Juli bis 28. Juli 2016)

Der Weg ist das Ziel

Unsere Reise 2016 begann mit der Fahrt zum Fährhafen nach Dänemark. Der erste Tag war somit der Fahrt von Berlin nach Dänemark inklusive einer Übernachtung in Aalborg vorbehalten. Dann ging es am Dienstag in Hirtshals auf die Fähre Norröna. Fast pünktlich legte das Schiff ab, um uns in knapp zwei Tagen nach Island zu bringen. Bei schönstem Wetter ging es nach der Durchquerung des Skagerrak zunächst entlang der norwegischen Küste.

Die Norröna ist ist eine Fähre der färingischen Reederei Smyril Line. Sie verbindet Dänemark und Island mit Zwischenstopp auf den Färöer-Inseln. Sie verkehrt je nach Jahreszeit in unterschiedlichen Fahrplänen zwischen Hirtshals in Dänemark, Tórshavn auf den Färöern und Seyðisfjörður im Osten Islands.

Für eine Überfahrt von Dänemark nach Island mit Zwischenstopp werden ziemlich genau zwei Tage benötigt. Die Fähre verfügt über unterschiedlichste Kabinenklassen, zahlreiche gastronomische Einrichtungen, einen größeren Tax-free-Shop, ein kleines Kino, einen Pool, einen Wellness-Bereich und Platz für sportliche Aktivitäten. Sie bietet Platz für über 1.400 Passagiere und über 800 PKW.

Das Schiff ist ca. 166 Meter lang und 30 Meter breit und erreicht eine Geschwindigkeit von 21 Konten (etwa 39 km/h). Bordsprache ist englisch, Bordwährung ist die Dänische Krone.

Shetland-Inseln

Ein erstes Highlight war am nächsten frühen Morgen die Passage der Shetland-Inseln. Ich erwachte früh gegen 6 Uhr und sah draußen Vögel  vorbeifliegen. Da meine Kabine nach Steuerbord ging, sah ich nur offenes Meer. Doch da ich wegen der Vögel Land in der Nähe vermutete, schnappte ich mir die Kamera und begab mich auf Deck. Ich wurde mich herrlichen Fotos der Shetlands belohnt.

Shetlands im Licht der aufgehenden Sonne

Färöer-Inseln

Am Abend erreichten wir Tórshavn, die Hauptstadt der Färöer. Hier legte die Fähre einen knapp zweistündigen Zwischenstopp ein. Tórshavn ist der Heimathafen der Norröna, einer modernen Autofähre der färingischen Reederei Smyril Line.
Die Fähre bedient die Route von Hirtshals nach Seyðisfjörður ganzjährig einmal pro Woche, ergänzt wird dies in den Sommermonaten durch eine zusätzliche Fahrt HirtshalsTórshavnHirtshals.

Mitten im Hafen befindet sich die Halbinsel Tinganes mit dem Løgting, einem der ältesten bis heute bestehenden Parlamente der Welt.

Ein absolutes Highlight war nach der Weiterfahrt die spektakuläre Passage der färingischen Inselwelt. Tiefhängende Wolken schufen dabei eine einmalige Atmosphäre.

Nach einer etwas stürmischen Fahrt über den Atlantik, die aber durch einen kleinen Umweg doch noch erträglich gehalten werden konnte, war es dann am Morgen des 28. Juli endlich soweit, Island war in Sicht!

Es gibt keinen gewaltigeren Anblick als Island, wie es aus dem Meer emporsteigt!

Halldór Laxness

Donnerstag, 28. Juli 2016

Ankunft im Land der Elfen und Trolle

Noch vor der Ankunft in Seyðisfjörður sollten wir uns zu den Fahrzeugen begeben. Dadurch bekamen wir unter Deck noch nichts von der isländischen Landschaft zu sehen. Das Entladen der Fähre ging in Anbetracht der riesigen Menge an Fahrzeugen relativ schnell vonstatten. Auch beim Zoll wurden wir durchgewunken und bekamen lediglich einen Aufkleber an die Windschutzscheibe.

Da wir bis zu unserem ersten Quartier im Norden nur reichlich 220 Kilometer zu fahren hatten, konnten wir es gemütlich angehen lassen.

Seyðisfjörður

Bereits auf dem Parkplatz am Fähranleger beeindruckte mich die mir völlig fremde Landschaft. Schroffe Bergkuppen von bis zu 1.000 Metern Höhe erhoben sich über den Fjord, die Gipfel zum Teil noch in den tief hängenden Wolken versteckt. An den weitgehend vegetationslosen Hängen lag auch im Hochsommer an vielen Stellen noch Schnee. An vielen Stellen stürzten malerische kleine Wasserfälle die Hänge hinab.
Was sofort auffiel, war die Ruhe. Obwohl sich noch immer zahlreiche Fahrzeuge auf den Weg machten, waren aus der Natur kaum Töne zu vernehmen, nur der Wind rauschte vor sich hin.

Seyðisfjörður liegt am Ende des gleichnamigen Fjordes. Um ins Landesinnere zu gelangen, muss man zunächst den Pass über die Hochebene Fjarðarheiði in die nächstgelegene Stadt Egilsstaðir und zum Hringvegur, der Ringstraße, bewältigen. Die Straße 93 windet sich in zahlreichen Kurven den steilen Hang hinauf und man kann sich gut vorstellen, dass die Überwindung des Passes im Winter sicherlich nicht einfach ist.

Wir hatten Seyðisfjörður kaum verlassen, da erblickten wir direkt an der Straße einen Wasserfall, den Gufufoss. Da wir ja keine Ahnung hatten, welche beeindruckenden Wasserfälle wir in Island noch zu Gesicht bekommen würden, legten wir sofort einen Stopp ein.

Der Gufufoss hat eine Fallhöhe von 27 Metern und liegt nur wenige Meter von der Straße 93 (Seyðisfjarðarvegur) entfernt. Dort ist auch eine Haltebucht für mehrere Fahrzeuge eingerichtet.

Weiter ging es auf der Seyðisfjarðarvegur über den Pass in Richtung Egilsstaðir. Die im Winter häufig vorkommende Unpassierbarkeit des Passes ist übrigens auch Thema in der isländischen Fernsehkrimiserie ‚Trapped – Gefangen in Island‚. Zur Zeit finden Untersuchungen statt, ob die Passüberquerung mit einem Tunnel vermieden werden kann. Dieser Tunnel, der Fjarðarheiðargöng, wäre mit über 13 km Länge der längste Tunnel Islands.

entlang der Ringstraße

In Egilsstaðir trafen wir dann auf die Ringstraße. Diese sollte uns nun für zwei Wochen fast ständig begleiten, denn sie führt einmal rund um Island, so wie auch unsere Tour geplant war.

Die Ringstraße, isländisch Hringvegur oder auch Þjóðvegur 1 (Nationalstraße 1) ist die Hauptverkehrsstraße Islands und verläuft einmal rund um die Hauptinsel (unter Auslassung der Westfjorde und weiterer Halbinseln). Sie hat eine Gesamtlänge von ca. 1340 km.

Die Ringstraße ist seit 2019 durchgehend asphaltiert, was auch durch eine Umverlegung auf andere vorhandene Straßen im Bereich der Ostfjorde erfolgte. Im Verlauf der Ringstraße passiert man vier Tunnel. Bis auf wenige Brücken ist die Ringstraße zweispurig, im Großraum von Reykjavík zum Teil auch drei- oder vierspurig.

Da unsere Tour entgegen dem Uhrzeigersinn verlaufen sollte, verließen wir Egilsstaðir in Richtung Norden. Nach einigen Kilometern bog die Straße scharf nach Westen ab und gewann langsam an Höhe. Wir legten unterwegs einige Stopps ein, zum Beispiel am Wasserfall Rjukandi. Nach einer Kaffeepause in Gasthaus Skjöldólfsstadir ging es hinauf auf die Hochebene Möðrudalsöræfi. Hier gab es nun gar keine Vegetation mehr, die wüstenartige Landschaft erinnerte eher an den Mond. 

Nach einem Stopp auf der Hochebene ging es nun wieder hinab und wir passierten nach einiger Zeit die Brücke über den Gletscherfluss Jökulsá á Fjöllum. Die beiden Pfeiler der einspurigen Hängebrücke sind oben auf dem letzten Foto im Hintergrund zu erkennen.

Nun ging es durch flaches Land, bis sich vor uns ein Höhenzug aufbaute, der Námafjall. Hier sahen wir zum ersten mal Dampfsäulen aus der Erde aussteigen, wir befanden uns nun im Gebiet des aktiven Vulkans Krafla.

Hverarönd

Links der Straße, direkt vor dem Höhenzug, war ein gut besuchter Parkplatz zu sehen, den wir auch ansteuerten. Der Parkplatz gehörte zum Hochtemperaturgebiet Hverarönd, welches direkt an der Ostseite des Bergrückens liegt. Hier wurden wir zum ersten mal mit den vulkanischen Naturgewalten konfrontiert, es zischte und blubberte aus Fumarolen und Solfataren, über der Gegend lag ein beißender Geruch von Schwefelwasserstoff.

Fumarolen sind Stellen, aus denen Dampf aus vulkanisch aktiven Gebieten austritt. Dabei handelt es sich meist um  Wasserdampf und andere vulkanische Gase. Es werden Temperaturen von bis zu 800 °C erreicht.

Solfataren sind bis zu 250°C heiße Ausströmungen von Gasen, hauptsächlich Schwefelwasserstoff (H2S), Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasserdampf. Der Schwefelwasserstoff erzeugt den unverwechselbaren Geruch nach faulen Eiern.

 

Nachdem wir uns einige Zeit in der Gegend aufgehalten hatten, ging es weiter über den Bergpass Námaskarð auf die andere Seite des Bergrückens und vor uns lag sich das Gebiet um den See Mývatn. Dieses stand für einen späteren Tag auf unserem Programm.

In dem kleinen Ort Reykjahlíð legten wir einen Tankstopp ein und versorgten uns in dem kleinen Supermarkt mit Lebensmitteln.

Anschließend verließen wir die Ringstraße und fuhren über die Straße 87 in Richtung Húsavík. Hier wurden wir das erste mal mit einer nicht asphaltierten Straße konfrontiert, die aber in einem guten Zustand war. In dieser Gegend bekamen wir es auch das erste mal mit den freilaufenden Schafen zu tun. Man muss sehr vorsichtig fahren, oftmals ändern die Tiere urplötzlich die Richtung und laufen auf die Straße.

Schließlich erreichten wir nach kurzer Suche unser erstes Quartier, ein Ferienhaus knapp 20 km vor Húsavík. Wir hatten für unsere Reise vier Ferienhäuser gebucht, in verschiedenen Gegenden des Landes und jeweils für drei oder vier Nächte. So mussten wir nicht jeden Tag packen und waren für unsere Tagestouren auch flexibel. Auch die Lebensmittelversorgung nahmen wir selbst in die Hand, schließlich waren alle Häuser mit kompletten Küchen ausgestattet.

Mit dem ersten Ferienhaus Sólkot waren wir sehr zufrieden. Es hatte drei Schlafzimmer, ein Bad und einen großen Wohnraum mit Küche. Diese war sogar mit einem Geschirrspüler ausgestattet. Weiterhin verfügte es über eine Terasse und eine Waschküche.

Das Haus lag in einem weiten Tal in ausreichender Entfernung umgeben von weiteren Ferienhäusern und einem größeren Bauernhof.

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