Reise 2024

Übersicht < 1 2 3 >

 

Dienstag, 18. Juni 2024

Alles neu

  • Wetter

    Temperatur 9-10°C ● bewölkt, Regen ● mäßiger Wind

  • Wegstrecke

    Auto: 151 km

Meine Reise 2024 begann ohne Probleme. Ich hatte mir auf dem BER wie immer einen Platz im Parkhaus reserviert. Und zwar in dem Parkhaus, das nahe an den Check-In- Schaltern von Icelandair liegt. Nun waren sie diesmal genau auf der entgegensetzten Seite des Terminals. Aber ich hatte Zeit.

Die Sicherheitskontrolle war schnell erledigt und ich vertrieb mir die Zeit in dem ‚Marktplatz‘ genannten Shopping-Bereich. Der Flieger kam pünktlich aus Island an und so ging es auch pünktlich wieder zurück. Ab der Nordsee flogen wir nur noch über Wolken, es war unten nichts zu sehen. Beim Landeanflug tauchten wird in ca. 8.000 Metern Höhe in die Wolken ein und kamen erst in etwas 300 Metern Höhe wieder heraus!

Bei der Ankunft in Keflavík war so einiges neu. Wir nutzen für mich erstmalig die Ost-West-Bahn, flogen dazu zunächst über Island hinaus Richtung Grönland, um dann zur Landung zu wenden. Dann blieben wir aber nicht wie sonst auf der Freifläche stehen, um im Regen (wie immer wenn ich komme) zum Bus zu laufen. Nein, wir dockten an einem Finger an.

Nach der Treppe hinter dem bekannten Schild ‚Exit to Iceland‘ kam dann auch nicht wie früher die Gepäckausgabe. Nein, es ging mitten durch einen Shop weiter zu einer neuen, größeren Gebäckausgabe. In Island geht das Bauen halt etwas schneller als hier.

Bei den Mietwagenschaltern gab es die nächste Veränderung. Es gab jetzt einen Automaten, an dem man eine Wartenummer ziehen musste. Ich hatte noch über 10 Leute vor mir und es dauerte fast eine halbe Stunde, bis ich dran war.

Dann ging ich zum Wagen, wie immer ein Dacia Duster 4WD. Dann ging es zuerst zum Krónan nach Njarðvík, um die ersten Lebensmittel zu kaufen.

Absolute Stille

Meine Zwischenübernachtung war im Basalt hótel in der Gemeinde Borgarbyggð im Vesturland, also in der Region um Borgarnes. Wobei ‚in der Gemeinde‘ ein nicht ganz passender Begriff ist, denn das Hotel lag im Nichts. Ich hatte knapp zwei Stunden zu fahren.

Es ging hinter Reykjavík über die Ringstraße nach Norden. Kurz vor der Borgarfjarðarbrú bog ich nach rechts auf die Straße 50 ab, nach weiteren 20 km gings es wiederum nach rechts auf die Straße 52, der ich weitere 20 km folgte.

Die Gegend wurde immer einsamer, nur noch wenige Höfe waren zu sehen. Auf den letzten 5 km wurde die Straße zur Schotterpiste. Dann ging es über eine Stichstraße zum Hotel.

Und dieses Hotel übertraf meine Erwartungen. Nachdem ich meinen Rollkoffer wegen des groben Schotters draußen zum Haus tragen musste, fand ich mich in einem modernen Hotel wieder, welches auch gut besucht war.

Da ich beschlossen hatte, öfter auch mal etwas essen zu gehen, fing ich an diesem Abend gleich damit an. Und nach dem leckeren (und teuren) Essen hatte ich die wohl ruhigste Nacht meines Lebens. Gefühlte absolute Stille. Ich habe mir extra eine App zur Lautstärkemessung runtergeladen (natürlich gab es in dieser Einöde schnelles WiFi über den Glasfaseranschluss). Während zuhause Stille etwa 37 dB  bedeuten, waren es hier 18 dB. Da die Dezibel-Skala obendrein logarithmisch ist, heißt das, dass die Stille hier viel viel leiser ist als zuhause (ca. Faktor 8).

Menü für Interessierte

  • Hauptgericht
    Ofnbakaður þorskhnakki í rjómalagaðri sósu. Borinn fram með grænmeti, rækjum og kartöflum
    Im Ofen gebackenes Kabeljaufilet in einer cremigen Sauce, serviert mit Gemüse, Garnelen und Kartoffeln
    (4.700 ISK / ca. 31,50 €)
  • Dessert
    Vanilluís með hindberjamauki, súkkulaðisósu og ískexi
    Vanilleeis mit Himbeermarmelade, Schokoladensauce und Keksen
    (1.800 ISK / ca. 12,00 €)
  • Getränk
    isländisches Bier (330 ml)
    (1.600 ISK / ca. 10,70 €)

9.100 ISK

54,20 Euro

Mittwoch, 19. Juni 2024

Durch den Regen

  • Wetter

    Temperatur 3-8°C ● häufiger Regen ● mäßiger Wind

  • Wegstrecke

    Auto: 442 km / zu Fuß: 4 km

Nach einem leckeren Frühstück ging es erst einmal mit Ärgernissen weiter. Es regnete stark, als ich mein Gepäck wieder zum Auto tragen musste. Dann war ich kaum abgefahren, da ging die Warnlampe der Reifendruckanzeige an. Ich hoffte, dass es wirklich nur ein Druckproblem wäre. Also umgeplant und 40 km zurück nach Borgarnes. Dort gab es mehrere große Tankstellen. Baulan hätte zwar am Weg gelegen, ich wusste aber nicht, ob man dort mitten in der Pampa auch Luft bekommt und ich hatte ja auch keinen Reifendruckprüfer dabei. Dem hatte ich 2019 gebraucht, als mir genau das gleiche passiert war, auch nach der ersten Nacht.

Erfreulicherweise gab es bei N1 in Borgarnes jetzt auch eine Luftstation mit Anzeige und Zielwerteinstellung. Vor sechs Jahren fand ich nur einen Schlauch vor und musste ständig mit dem Messgerät prüfen. Inzwischen hatte man aber auch hier aufgerüstet, wie ich danach noch an einigen Tankstellen feststellen konnte.

Und es war wieder das gleiche Problem wie damals. Kein Reifenschaden, der hielt den Rest der Reise problemlos die Luft. Nein, ich hatte von Hertz zum zweiten mal ein schlecht gewartetes Fahrzeug bekommen, ein Reifen hatte 10 PSI zu wenig Druck. Zuhause, wo hinter jeder Ecke eine Tankstelle ist, stellt das außer Zeitverlust kein Problem dar. Hier in Island ist das dann aber meist mit Umwegen verbunden.

Dann machte ich mich auf den ‚richtigen‘ Weg. Die meiste Zeit regnete es meist nur leicht, manchmal aber auch starke Schauer. Aber ich hatte ja nur Fahrtag.

Für den geplanten Abstecher zum Hvítserkur war wie im Vorjahr das Wetter zu schlecht.  In Blönduós bei Nesti an der N1-Tankstelle machte ich eine kurze Pause.

Kurz vor Varmahlíð dann doch ein kurzer Fotohalt. Hier steht auf dem Pass Vatnsskarð ein Denkmal für Stefán G. Stefánsson. Stefánsson war ein 1853 in dieser Gegend geborener Schriftsteller und Dichter. Anlässlich seines 100.Geburtstages wurde 1953 hier dieses Denkmal errichtet.

Und noch etwas steht dort: eine Tafel protestiert gegen den Bau von Hoch­spannungs­masten. Zum Schutz der Umwelt fordert man statt dessen Erdkabel. Und bei uns wird alles mit Windrädern zugepflastert.

Und weiter ging es in Richtung Akureyri. Ich machte noch einen Stopp in Varmahlíð. Ich hatte immer noch etwas Angst, dass mit dem Reifen etwas nicht in Ordnung wäre und beim Anlassen die Lampe wieder angehen würde. Deshalb teste ich es bei jeder Gelegenheit, wo eine Hilfe in der Nähe wäre. Aber zum Glück gab es keinerlei Probleme mehr.

In Akureyri versorgte ich mich mit Lebensmitteln und tankte. Für die Weiterfahrt entschied ich mich, nicht den Tunnel Vaðlaheiðargöng zu nehmen. Erstens ist er mit 1.990 ISK (über 13 Euro) teuer, zweitens hatte ich keine Eile und drittens ist die Straße 84 über den Víkurskarð viel schöner. Noch schöner allerdings in der Gegenrichtung, wenn sich plötzlich der Eyjafjörður vor einem öffnet. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, möchte ich auch einmal die ganz alte Strecke fahren, die heutige Straße 832 (Vaðlaheiðarvegur). Das ist eine Schotterpiste, die in vielen Serpentinen über die Vaðlaheiði führt.

Am Goðafoss machte ich den letzten Zwischenstopp für diesen Tag, hauptsächlich um nach Mitbringseln zu stöbern. Draußen regnete es ja ununterbrochen. Nach 17 Uhr und über 8 Stunden erreichte ich schließlich mein ‚Hauptquartier‘ der Reise 2024, in dem ich sechs Nächte bleiben würde.

Im Hauptquartier

Das Skútustaðir Gistiheimili (Skútustaðir farmers guesthouse) liegt am Südufer des Mývatn in dem winzigen Ort Skútustaðir, der wiederum in der gleichnamigen Landgemeinde liegt. Man erreicht es, wenn man den Mývatn nicht nordwestlich auf der Ringstraße umfährt, sondern südöstlich über die Straße 848.

Die Farm besteht aus mehreren Gebäuden und bietet verschiedene Unterkunftskategorien. Im Haupthaus befindet sich eine Küche, die alle Gäste nutzen dürfen. In einem anderen Gebäude sind die Rezeption und der Frühstücksraum. Es gibt auch einen Eisladen mit selbst produziertem Eis. Die Milch dazu kommt natürlich von den eigenen Kühen.

Mein Zimmer befand sich in einen Haus mit insgesamt fünf Gästezimmern, alle mit eigenem Bad. Es war zweckmäßig eingerichtet und erfüllte meine Wünsche und Anforderungen.

Donnerstag, 20. Juni 2024

Der längste Tag

  • Wetter

    Temperatur 6-12°C ● sonnig ● mittlerer Wind

  • Wegstrecke

    Auto: 252 km / zu Fuß: 14,5 km

Das Tagesmotto ‚Der längste Tag‘ hat gleich zwei Bedeutungen. Einmal war ich an diesem Tag mit über 11 Stunden auf meiner Reise 2024 am längsten aktiv unterwegs. Und zweitens war es wirklich der längste Tag des Jahres – Mittsommer!

Der Sonnenaufgang war am Mývatn um 1:28:36, der Sonnenuntergang am nächsten Tag um 0:50:20. Das ergibt eine Tageslänge von 23 Stunden, 21 Minuten und 44 Sekunden. Darauf folgte dann die kürzeste Nacht mit 39 Minuten und 4 Sekunden.

Für diesen Tag war bestes Wetter angekündigt. Früh war es noch etwas frisch, aber das sollte sich im Tagesverlauf ändern. Um diesen Tag optimal zu nutzen, ging ich kurz nach sieben bereits zum Frühstück. Das war in Ordnung, aber über die Tage etwas eintönig und es gab auch nichts warmes. Außer Kaffee natürlich.

Gen 8 Uhr machte ich mich auf den Weg. Mein erster Weg führte mich in den Wald.

Ein richtiger Wald!

Ja, richtig gelesen. Im Osten des Mývatn gibt es eine Gegend mit zwei Halbinseln namens Kálfaströnd und Höfði. Ich fuhr zunächst nach Kálfaströnd. Hier gab es keinen Wald, aber schöne Felsformationen am und im Wasser.

Von der Bucht Ytrivogar (äußere Bucht) hat man auch einen schönen Ausblick auf die im Hintergrund liegenden Berge Bláfjall (1.222 Meter) und Sellandsfjall (978 Meter).

Also weiter nach Höfði. Ein kleiner Parkplatz lag direkt an der Straße. Hier gab es auch ein Toilettenhäuschen, nur mit Kreditkarte zu nutzen und blitzsauber (Benutzung 200 ISK, etwa 1,35 €). Dann geht man durch ein Gartentor und steht im Wald. Es gibt viele Birken, aber auch andere Bäume, auch Nadelbäume.

Ein breiterer Weg führt hinein. Man sollte bei der ersten Gelegenheit – ausgeschildert mit ‚Footpath‘ – nach links abzweigen. Dann läuft man direkt am Ufer der Bucht Ytrivogar und hat herrliche Ausblicke. An manchen stellen findet man auch kleine künstlich angelegte Parkanlagen. Und immer wieder führen kurze Abstecher direkt ans Ufer des Mývatn. Man kann so fast einen Rundkurs über die Halbinsel laufen, wobei der nördliche Teil weniger interessant ist.

Lebende Erde

Nach einer Stunde im Wald ging es dann weiter zu meinem nächsten Ziel. Und die Gegensätze der beiden Orte könnten nicht größer sein. Denn mein Ziel war der Vulkan Leirhnjúkur. Ich hier geht es wahrhaft heiß her.

Leirhnjúkur liegt in der Caldera des 100 Kilometer langen Vulkansystems der Krafla. Im Süden reicht es fast bis zum Herðubreið, im Norden verläuft es bis an die Küste und mündet in der Tjörnes-Fracture-Zone.

Die Lavafelder dort sind immer noch warm und entgasen, ebenso wie der Gipfel und das Hochtemperaturgebiet mit seinen Solfataren, Schlammquellen und Fumarolen an seinem Fuß.

Bei Krafla handelt es sich um ein Vulkansystem mit dem gleichnamigen Zentralvulkan. Die Caldera der Krafla liegt etwa 15 Kilometer nördlich von Reykjahlíð und des Mývatn. Ihr Durchmesser beträgt etwa 10 Kilometer, mit einer 90 Kilometer breiten Spaltenzone. Die Caldera entstand vor mehr als 100.000 Jahren. Der höchste Gipfel ist 818 Meter hoch.

Im Gebiet der Krafla gibt es mehrere Hochtemperaturgebiete mit heißen Tonquellen und heißen Dampfquellen, unter anderem auch Hverarönd beim Vulkan Námafjall.

Vor 10.000 Jahren bedeckte ein eiszeitlicher Gletscher das Gebiet und die Lava konnte nicht abfließen, sondern es türmten sich Tuffsteinkämme wie Skógamannafjöll auf .

Mývatn-Feuer

In den Jahren 1724–29 wüteten die Mývatn-Feuer (Mývatns-Eldar). Lava floss in den Mývatn und es entstand der Explosionskrater Víti (Hölle).

Die Ausbrüche umfassten auch das Gebiet des Leirhnjúkur und die Umgebung von Reykjahlíð. Die damals bestehenden drei Höfe mussten geräumt werden, die Kirche blieb erhalten.

Krafla-Feuer

Die Krafla-Feuer (Kröflueldar) waren eine Reihe von Vulkanausbrüchen und Magmaströmen, die vom 20. Dezember 1975 bis zum 18. September 1984 andauerten. Diese Eruptionen beschränkten sich auf das Gebiet der Caldera und konzentrierten sich auf die Gegend um den Vulkan Leirhnjúkur.

Es begann mit seismischen Aktivitäten, die am 20. Dezember 1975 ihren Höhepunkt erreichten, als bei Leirhnjúk ein Vulkanausbruch begann. Dieser kleine Lavaausbruch war der Beginn der Krafla-Feuer, bei denen Magma in eine Magmakammer unter dem Krafla-Krater floss. Als der Druck in der Magmakammer hoch genug wurde, kam es zu einem Magmafluss, bei dem ein Teil des Magmas in Risse lief, die sich öffneten. Dies geschah in den nächsten neun Jahren etwa 24 Mal, dabei floss neun Mal Lava über die Erde. Die Lava, die bei diesen Eruptionen entstand, wird Leirhnjúk-Lava genannt und bedeckt eine Fläche von 33 km².

Der letzte Ausbruch der Krafla ereignete sich im Jahr 1984,  dann endeten die Krafla-Feuer. Seit 1975 wird die Erdwärme von Krafla in einem Geothermiekraftwerk genutzt.

Der Parkplatz zum Leirhnjúkur befindet sich an der Straße 863 oben am Anstieg hinter dem Kraftwerk Kröflustöð und kann leicht verfehlt werden, wenn man etwas schnell die Steigung hinauffährt.

Vom Parkplatz sind es etwa 700 Meter, bis man das Lavafeld erreicht. Es ist leicht zu laufen, geht aber ständig über kleine Hügel und durch Senken. Dieses Jahr lag noch ziemlich viel Schnee, so dass ich in den Senken durch fünf kurze Schneefelder laufen musste, die sehr stark am Tauen waren. Es war also eine sehr matschige Angelegenheit.

In der Nähe des Vulkans beginnt dann ein Weg aus Holzbohlen. Gründe sind wohl der eventuell brüchige Boden und die hohen Boden- und Wasser­tempe­raturen. Der Weg war aber zum Teil in schlechtem Zustand und wartete auf Reparaturen, mit denen aber wegen der Witterung noch nicht begonnen worden war. Der Weg war an vielen Stellen unterbrochen: durch defekte und fehlende Bohlen, aber auch durch Schneefelder. Diese waren wegen des Tauwetter sehr tückisch, ich bin zweimal eingebrochen, einmal fast bis zum Knie.

Die Gegend zeigte auf kleinstem Raum die Gegensätze, die ich an Island so liebe: Aus dem Berg steigt aus Spalten heißer Dampf, sprudelndes kochendes Wasser läuft in Rinnsalen die Hänge herab und knapp daneben findet man Eis und Schnee. Die Luft ist durchsetzt mit Schwefeldämpfen, Gase schießen pfeifend aus Spalten und Löchern.

Bald beginnt dann der Aufstieg auf den Vulkan, auch hier mit reparaturbedürftigen Wegen und Plattformen. Von einer Besucherplattform kann man direkt in die Hexenküche herabschauen.

Und weiter geht es hinauf. Hier gibt es dann weniger heißes Wasser, aber überall heiße Dämpfe. Die Steine in diesem Gebiet sind immer noch handwarm, wohl deswegen gibt es hier kaum Schnee und Eis. Auch hier befindet sich ein Krater, an dessen Rändern es noch kräftig dampft. Und ich konnte zwei Touristen beobachten, die in diesem Krater herumliefen. Lebensmüde gibt es überall!

Auf dem Weg zurück achtete ich auch mehr auf die unmittelbare Umgebung. Das Gebiet ist von zahlreichen tiefen Rissen durchzogen, fast kochend heiße Rinnsale fließen und lagern farblich schimmernde Mineralien ab. An manchen Stellen nutzen schon Pflanzen den nährstoffreichen, warmen Boden und bilden kleine Oasen.

An der Hölle

Zurück am Auto beschloss ich, noch einmal zum Víti-Krater zu fahren. Dort war ich bereits 2016 gewesen, damals war aber sehr regnerisches Wetter und diesmal waren durch den noch liegenden Schnee schöne Fotomotive zu erwarten.

Zwischen den beiden Parkplätzen liegen nur wenige hundert Meter. Man muss hier auch nicht mehr weit laufen, man steht nach zehn Metern schon am Kraterrand. Die Straße 863 endet an diesem Parkplatz.

Im Víti, was auf deutsch Hölle bedeutet, befindet sich heute ein Maar, das seine türkise Farbe durch die Kieselsäurealgen erhält. Ich ging zu etwa einem Viertel um den Krater und fand hier auch wirklich die erwarteten Fotomotive.

Sperrgebiete

Und weiter ging es. Mein nächstes Ziel war der Sellfoss. Diesen hatte ich letztes Jahr nach dem Besuch des Dettifoss ausgelassen, da das Wetter umschlug. Nach einer dreiviertel Stunde hatte ich die reichlich 50 Kilometer geschafft und war auf dem Parkplatz Dettifoss (West) angekommen.

Auch hier wurde witterungsbedingt improvisiert. Der Weg war durch den schmelzenden Schnee sehr matschig und so hatte man an einigen Stellen Holzpaletten verlegt, damit die Touristen trockenen Fußes an ihr Ziel kommen.

Der vom Parkplatz führende Weg gabelt sich nach einigen 100 Metern und ich folgte dem rechten Weg zum Sellfoss. Der Sellfoss liegt etwas oberhalb des Dettifoss. Das Wasser der Jökulsá á Fjöllum stürzt hier hufeisenförmig 10 Meter in die Tiefe.

Leider konnte man nicht direkt bis an den Wasserfall herangehen. Das dort liegende Plateau war zum Schutz der Vegetation noch gesperrt. Aber auch aus etwas Entfernung boten sich schöne Motive des Wasserfalls und der von Lavasäulen geprägten Umgebung.

Da ich auf meiner Reise 2024 alle in dieser Gegend liegenden Ziele besuchen wollte, waren mein nächstes Ziel die Echofelsen Hljóðaklettar. Doch leider wurde daraus nichts, die von der Straße 888 abzweigende Straße dorthin war auch noch gesperrt. Eine Wanderung kam für mich auch nicht infrage, wenn die Straße gesperrt ist, deutet das auf Schnee hin. Und darauf hatte ich nun gar keine Lust.

Also folgte ich der Straße 888 bis an ihr Ende, wo ein großer Parkplatz mit WC entstanden war, der im vorigen Jahr noch im Bau war. Von hier aus kann man zu Fuß zum Hljóðaklettar-Aussichtspunkt laufen. Dort hatte man eine Plattform errichtet, von der aus man ins Tal blicken kann.

Vogeljagd

Ich folgte der Straße 862 bis an ihr nördliches Ende und bog dann auf die Straße 85 in Richtung Húsavík ab. An der Vogelklippe Hringsbjarg machte ich halt, das Wetter versprach schöne Vogelaufnahmen. Und die sind mir auch bestens gelungen. Es gab viele Möwen und Papageitaucher zu sehen, letztere nur schwimmend im Meer.

Reise 2024Traumkulisse

Das letzte Ziel an diesem Tag war dann Húsavík. Dies vor allem aus versorgungstechnischen Gründen. Ich hatte Hunger und ich wollte meine Lebens­mittel­vorräte auffüllen.

Aber auch hier gab es wieder fantastische Ausblicke über die Bucht Skjálfandafljót und die dahinter liegenden, immer noch schneebedeckten Bergketten der Halbinsel Flateyjarskagi.

Zur Bekämpfung des Hungers holte ich mir im Hafen bei Fish&Chips das gleichnamige Gericht (3.200 ISK / 21,90 €). Man ordert dort im Erdgeschoss, kann dann aber oben auf einer Terrasse sitzen und essen. Man hat von dort einen wirklich traumhaften Blick über den Hafen und die dahinter liegende Bucht.

Das Essen war sehr gut, aber für meinen Geschmack etwas fettig vom Frittieren. Ich bekam noch Besuch von einer Lachmöwe, die hat aber nichts abbekommen.

Meine Lebensmittelvorräte ergänzte ich im örtlichen nettó-Supermarkt. Dann machte ich mich wieder auf den Weg ins Quartier, ein Weg von etwa 65 km bzw. 50 Minuten. Hier kam ich gerade noch rechtzeitig an, um im Eisladen Skútaís – Farm Ice Cream als der letzte Kunde noch drei Kugeln Eis zu erwerben (1.550 ISK / 10,65 €). Alle Sorten waren hausgemacht, mit der Milch von den eigenen Kühen. Ein echtes regionales Produkt und sehr lecker.

Übersicht < 1 2 3 >